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 Die Archiven der Herren von Bourscheid

Regesten des Archivs
der Herren von
Bourscheid
bearbeitet von
François DECKER

                       

Vorwort des Bearbeiters

Das Archiv der Herren von Bourscheid wurde im Jahr 1802 auf Veranlassung des Eigentümers, des Freiherrn Schenk von Schmidtburg, von der Stammburg nach Gemünden im Hunsrück auf das SchloB der Herren von Schmidtburg verlagert, wo es bis zum heutigen Tag unversehrt erhalten wurde. Wahrend zu Bourscheid die Burg auf Abbruch versteigert wurde, hüteten der Freiherr von Schmidtburg und seine Nachfolger die Freiherren von Salis-Soglio das Bourscheider Urkundenmaterial mit den andern Bestanden ihres einmaligen Archivs vor Verfall und Zerstreuung. Es gebührt daher dem Bearbeiter des Bestandes Bourscheid, allen Herren zu Gemün­den von 1802 an, seinen Respekt und Dank auszudrücken. Insbesondere richtet sich sein Respekt an Anton Maximilian Freiherrn von Salis, der1975 der Vereinigung "Les Amis du Château de Bourscheid", a.s.b.l., die Genehmigung erteilte, das Bourschei­der Material abzulichten. Denn nachdem kurz vorher der Luxemburger Staat die Ruinen zu Bourscheid aufgekauft hatte, mit dem Ziel, sie zu restaurieren und zu erhalten was noch zu erhalten war, wurde diese Vereinigung gebildet, um die Burg­ruinen aufzuwerten und mit Leben zu erfüllen. Die Vereinigung hatte die Erfassung und Auswertung des Archivmaterials ais eines ihrer groBen Ziele betrachtet.

So wurde im Herbst 1975 mit der Ablichtung des Materials zu Gemünden begonnen. Dort arbeitete der Archivar Alain Atten zusammen mit dem Fotographen Marcel Tockert, denen ich hier für ihre Arbeit herzlich dan ken môchte. Nachdem ich dann im Herbst1982 mich zur Bearbeitung des Bourscheider Archivs anerboten hatte, wurden die Ablichtungen zu Ende gebracht, insgesamt 42.500 Negative. Dieses Material stellten die "Amis du Château de Bourscheid", a.s.b.l., mir zur Verfügung, damit ich zu Hause arbeiten konnte, je nach Lust und Laune, das war meine Bedingung gewesen. Ais Ergebnis meiner Arbeit erschienen die ersten Regesten in den "Cahiers de Bourscheid" 2 (Dezember 1983),3 (Oktober 1985) und 4 (Mai 1987). Dabei war ich mir bewuBt, daB diese Art der Verôffentlichung nur eine Vorverôffentlichung war, im Hinblick auf eine Gesamtpublikation in einem oder mehreren Banden.

lm Verlauf meiner Arbeit gewann ich Einblick in das Wirkungsfeld der Herren von Bourscheid. Es war mir zwar bekannt, daB sie, neben ihrem engeren Raum um Bourscheid und im Herzogtum Luxemburg, au ch im Herzogtum Jülich, im Ahrtal, an Mosel, Saar und Rhein gewirkt hatten. DaB aber ein derart groBer Teil des Urkunden­bestandes auf Orte und Personen in diesem Raum hinweisen würde, war doch eine Überraschung für mich. So empfand ich das Bedürfnis, die Leitung des Landesar­chivs für Rheinland-Pfalz in Koblenz über diese Tatsache und über meine Arbeit in Kenntnis zu setzen, zugleich aber auch die Verlagerung des Gemündener Archivs nach Koblenz zu nutzen. Herr Prof. Dr. Heyen gewahrte mir nicht nur Unterstützung bei der "Nacharbeit", die bei der hier angewandten Methode erforderlich ist, sondern nahm die Bourscheider Regesten in die Reihe der Verôffentlichungen der Archivver­waltung auf. Herr Dr. Môtsch überlas das Manuskript, identifizierte Orte und Namen, die recht weit von Bourscheid entfernt liegen, verifizierte jedoch hauptsachlich die Siegel. Alle Angaben über Siegel, insbesondere auch unter den Farbbildern (die von ihm ausgewahlt wurden), stammen von ihm. Den beiden Herren vom Landeshauptar­chiv Rheinland-Pfalz môchte ich für ihr Entgegenkommen und ihre Mitarbeit beson­ders herzlich danken. So kônnen die Regesten Bourscheid den Raum erreichen, den sie behandeln. Dabei werden die Herren von Bourscheid wieder in das geographi­sche Gebiet hineingestellt, in dem sie über Jahrhunderte hinweg agierten.

Allen meinen Mitarbeitern môchte ich danken. Allen Lesern wünsche ich ebensoviel Freude beim Lesen der Regesten, wie ich sie bei der Bearbeitung der Originale empfand. Wie oft sind bei der Arbeit etliche Burgherren und Untertanen beinahe leiblich in meinen Arbeitsraum eingetreten! Wie oft bin ich mit ihnen an meiner Seite durch die Burgruinen geeilt! Hier wurde Geschichte fast zum wirklichen Erlebnis.

                                                                                                                            Feulen, im November 1988.             François Decker